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Am 31.10.2009 ging es für ein paar Tage nach Krakau. Am Abend flogen wir von MUC nach KRK. Fluggerät war ein Avro von Lufthansa (D-AVRN). Der Flug selbst war sehr angenehm, der Service eher durchschnittlich. Es war der typische LH-Service, ein kleines kaltes Brötchen und was zu trinken. Nach ca. 1,5 Stunden setzte der Avro sicher in Krakau auf. Mit einem Bus ging es vom Flugzeug ins Terminal. 

Die Fahrt vom Flughafen zum Hotel dauerte ca. 20 Minuten. Wir hatten uns vor unserer Reise für das Ibis-Hotel Krakow-Centrum (ul. Syrokomil 2, 30-102 Krakow) entschieden. Von dort aus konnten wir alle Sehenswürdigkeiten in Krakau bequem zu Fuß erreichen. Vor dem Hotel befand sich außerdem eine Straßenbahnhaltestelle, für den Fall dass wir etwas weiter aus dem Zentrum heraus mussten.
Da es bereits spät in der Nacht war, als wir am Hotel ankamen, gingen wir nur noch kurz an das Ufer der Weichsel um uns die Füße zu vertreten.

Am unserem ersten Tag in Krakau trafen wir uns zunächst mit einer Bekannten am Friedhof Rakowicki.


Es war der 1. November! Da die Polen ein sehr gläubiges Volk sind, suchen dort regelrechte Menschenmassen die Gräber ihrer Angehörigen auf.  Als wir mit der Straßenbahn am Friedhof ankamen, hatten mich die Menschenmassen spontan an die Wiesn in München erinnert. Es war sehr interessant zu sehen wie die Polen diesen Tag feiern. Es wirkte alles nicht so aufgesetzt wie bei uns, und die Leute gingen zum Teil mit einem Lachen über den Friedhof. Nachdem wir uns dort ca. 1 Stunde aufhielten, fuhren wir wieder zurück in die Altstadt. In der Altstadt von Krakau und auf dem Wawel  verbrachten wir den restlichen Tag.

 

Am zweiten Tag gingen wir an der Weichsel Richtung Kazimierz entlang. Das Viertel Kazimierz hat einen ganz besonderen Charme. Teile des Viertels wurden durch den Film "Schindlers Liste" bekannt. Es gibt dort einige jüdische Einrichtungen zu sehen, aber auch sehr alte Straßenzüge, Märkte sowie das alte Rathaus von Kazimierz. Gemütlich sind die vielen Cafes rund um die Szeroka. Ein Besuch in diesem Viertel ist auf alle Fälle Pflicht. Mir hatte dieser Teil von Krakau am besten gefallen. Wir verbrachten dort fast den ganzen Tag.

 

Für den dritten Tag unserer Reise buchten wir eine Tour zu der KZ-Gedenkstätte Auschwitz - Birkenau. Man kann die Tour fast überall in Krakau buchen. Mit einem Kleinbus fuhren wir zunächst nach Auschwitz. Die Fahrt dauerte ca. eine Stunde. Dort angekommen machten wir eine ca. 2 Stündige Führung durch Auschwitz. Die Führung fand in einer relativ kleinen Gruppe statt, und war sehr interessant. Im Anschluss fuhren wir mit dem Bus weiter nach Birkenau. Dort wurden wir nochmals ca. 1 Stunde durch die Überreste des Lagers geführt. Unsere Führung wurde in englischer Sprache durchgeführt. Die Dame hatte alles gut, anschaulich und vor allem sachlich vermittelt. In Birkenau kann man vom Turm des Höllentors das gesamte Lager, bzw. das was davon noch übrig ist, überblicken. Dort wurde einem so richtig vor Augen geführt, was sich damals in dem Lager abspielte. Es war schon beeindruckend die beiden Lagerteile zu besichtigen und manchmal lief es mir kalt den Rücken hinunter. Es war schon ein wenig beklemmend zunächst in der Gaskammer zu stehen und dann am Ofen vorbeizugehen. Man kann das Gefühl und vor allem die Gedanken eigentlich nicht so recht beschreiben, die man dort teilweise hat. Wer schon mal in der Nähe ist sollte es sich auf alle Fälle ansehen. In Rahmen der Führung wird man dort zwar ein wenig "durchgeschoben" aber es wird dafür viel erklärt. Man sollte vielleicht darauf achten daß man die Gedenkstätte in der schulfreien Zeit besucht, da man sonst mit unzähligen Schulklassen auf dem Gelände ist.

Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Bus nach Wieliczka um dort das Salzbergwerk zu besichtigen. Die Führungen dauern ca. 3 Stunden. Sie werden zweimal täglich in Deutsch durchgeführt. Allerdings wollten wir nicht so lange warten und entschieden uns für einen Führung in Englisch. Wer Fotos machen will, sollte dies an der Kasse auch sagen, da man dann eine Extragebühr von ca. 10 Zloty zu bezahlen hat. Highlight der Führung war die Kapelle welche sich auf ca. -100 Meter befindet. Am Ende der Führung wird man dann mit einem alten Bergwerksaufzug wieder ans Tageslicht gebracht.

An unserem letzten Tag bummelten wir nochmals durch Krakau um dort ein paar Einkäufe zu erledigen. Nach Sonnenuntergang ging es noch einmal zum Wawel hinauf. Unser letzter Tag neigte sich zu Ende.

Es war eine sehr schöne Woche in Polen. Anzumerken ist noch, dass die Altstadt von Krakau, die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau und das Salzbergwerk Wieliczka in der Liste des UNESCO Welterbes aufgeführt sind.

Am nächsten Morgen klingelte der Wecker recht früh, da wir um 06.30 Uhr unseren Flieger erwischen mussten. Mit dem Taxi ging es zum Flughafen raus. Für den Transfer zum Flughafen haben die seriösen Taxiunternehmen einen Festpreis von ca. 75 Zloty.

Am Flughafen konnten wir zwar einchecken, wurden aber mit einem Bus von Krakau nach Kattowitz gebracht. In der Nacht war in Krakau soviel Nebel, dass dort kein Flugzeug landen konnte. Unser Flugzeug wurde aus diesem Grund nach Kattowitz umgeleitet. Das ganz nahm Zeit in Anspruch. Ich war natürlich genervt ohne Ende. Aber es half ja nichts. Nach ca. 1,5 Stunden Busfahrt kamen wir in Kattowitz an. Dort stand dann ein CRJ 900 von Lufthansa (D-ACKH) bereit. Die Flugzeit von Kattowitz nach München betrug eine gute Stunde. Zum Service von Lufthansa auf Kurzstreckenflügen muss man nicht viel sagen. Es gab einen Cafe, Cola und eine belegte Käsesemmel. Mit ca. 2,5 Stunden Verspätung kamen wir in München an. Na ja so taucht das Kürzel KTW in meiner Flugstatistik auf. Mit einem Bus ging es von unserer Abstellposition zum Terminal. Ich finde es immer wieder interessant, wenn die Fluggäste alle im Bus ihre Telefongespräche führen. Man erfährt dort sehr viel über die Mitarbeiter, wirtschaftliche Probleme usw. Nur einmal in meinem Leben möchte ich so "WICHTIG" sein, dass ich einen ganzen Bus an meinem Telefongespräch teilhaben lassen kann.

 

Alles im allen war es ein sehr schöner Kurztrip nach Polen mit vielen neuen und interessanten Eindrücken.