Am 31.07.2009 ging es für mich das erste mal nach Südafrika. Nach ca. 10,5 Stunden Flug kamen wir in Johannesburg an. Der Flug selbst war angenehm, wobei der Service von South African Airways nicht besonders gut ist. Auch war der A 340-300 sehr eng bestuhlt, so dass man nicht besonders viel Platz hatte. Da der erste Ferientag in Bayern war, war der 340er auch noch bis unter das Dach voll.
Am nächsten Morgen kamen wir in Johannesburg an. Das Wetter war grausam. Es regnete, war stürmisch und sehr kalt. Nach den Einreiseformalitäten ging es zu Thrifty Car Rental um dort unseren Wagen abzuholen. Es dauerte jedoch fast zwei Stunden bis wir unseren PKW bekamen. Dieser war dann auch nicht das gebuchte Model, sondern ein anderes. Außerdem war der PKW in einem sehr schlechten Zustand. Nach einer ewigen Diskussion nahmen wir schließlich den PKW um endlich unsere Reise fortsetzen zu können.
Anschließend fuhren wir 4 Stunden Richtung Osten nach Sabie. Dort angekommen stellten wir fest, dass die Stadt total verdreckt war. Einheimische erzählten uns, dass es dort größere Auseinandersetzungen zwischen streikenden Arbeitern und der Polizei gab. In Sabie hatten wir ein Zimmer im Hotel und Restaurant Woodsman reserviert und auch eine Reservierungsbescheinigung erhalten. Jedoch war das Hotel völlig ausgebucht, und wir bekamen dort kein Zimmer. Bei mir entstand schön langsam der Eindruck als ob in Afrika nichts funktionieren würden und die Einheimischen nichts, aber auch gar nichts auf die Reihe bringen würden. Nach ewigen hin und her kamen wir dann in einer netten B&B Unterkunft unter.
Am nächsten Tag fuhren wir zunächst zu den Three Rondavels. Leider hatten wir Gegenlicht und man konnte keine guten Bilder machen. Aber es war schon ein beeindruckender Anblick. Über den Blyde River Canyon ging es nach Pilgrim´s Rest. Gegen Abend fuhren wir wieder nach Sabie zurück.
Gleich am nächsten Morgen ging es Richtung Kruger National Park. Da wir für die nächsten Tage auf Selbstverpflegung angewiesen waren, hielten wir in Heazyview an und machten dort einen Großeinkauf für die nächsten Tage. Anschließend fuhren wir Richtung Norden und über das Orpen Gate in den Kruger National Park. Unsere erste Nacht verbrachten wir in Lethaba. In Lethaba waren wir in kleinen Runden Steinhütten untergebracht. Die Zimmer darin waren sehr sauber und die Hütten waren auch gemütlich eingerichtet. Bereits auf der Fahrt vom Gate nach Lethaba sah ich meine ersten wilden Tiere in freier Wildbahn.
Den Tag darauf fuhren wir den Kruger Park Richtung Süden nach Skukuza. Dort blieben wir ebenfalls eine weitere Nacht bevor es nach Berg en Dal weiter ging. In Berg en Dal verbrachten wir zwei weitere Nächte. Für mich persönlich war es das erste Mal, dass ich Elefanten, Giraffen, Löwen und Leoparden in freier Wildbahn erleben durfte. Es war zum Teil schon sehr beeindruckend wilde Tiere aus relativ naher Entfernung beobachten zu können. Aber es sollte noch besser werden.
Wir verließen schließlich den Kruger Park und fuhren weiter Richtung Swaziland. Wir passierten die Grenze am Grenzübergang Mananga und fuhren nach Hlane. Dort blieben wir für zwei Tage. Zum Glück hatten wir alle elektrische Geräte aufgeladen, da wir in Hlane keinen Strom zur Verfügung hatten.
Am nächsten morgen machten wir einen Game Drive. Beeindruckend war, als uns der Guide bis auf 10 Meter an einen Löwen heranbrachte, der gerade seine Beute fraß. Das war schon eine bleibende Erinnerung, allerdings nicht das Highlight der Reise.
Nach zwei Tagen in Hlane war es dann aber genug und wir fuhren in die Mkhaya. Dort angekommen gab es gleich den ersten Game Drive. Anschließend ging es in das Camp wo wir das Zimmer bezogen. Zimmer ist jedoch der falsche Ausdruck. Es waren offene „Steinzelte“. Strom gab es dort ebenfalls nicht und ich machte mir Sorgen, dass mir die Akkus für meine Kamera nicht halten würden. Am Nachmittag gab es einen weiteren Game Drive, der bis nach Sonnenuntergang dauerte. Am Abend gab es dann im Camp ein tolles Essen. Am nächsten Morgen wurden wir bereits um 06.00 Uhr geweckt, da es zum letzten Game Drive ging. Interessant war, als uns während des Game Drives zwei Rhinos über den Weg liefen, die bis auf einen Meter an unseren Geländewagen herankamen. Nach dem Drive gab es ein Frühstück. Anschließend packten wir unsere Sachen und fuhren wieder Richtung Südafrika.
Dort wollten wir die Grenze am Grenzübergang Lavumisa wieder passieren. Leider nahm das sehr viel Zeit in Anspruch. Für den Ausreisestempel aus dem Swaziland mussten wir uns ca. eine halbe Stunde anstellen. Anschließend stellten wir uns in eine ca. 500 Meter lange Schlange an, um den Einreisestempel für Südafrika zu erhalten. Ca. 2,5 Stunden standen wir dort an. Gegen Ende der Schlange stellte sich dann heraus, dass immer wieder Leute versuchten sich vorzudrängeln. Darum dauerte es auch so lange. Besonders die Franzosen taten sich da hervor. Offenbar muss mal jemand den Franzosen erklären, dass man sich in einer Schlange hinten anstellt und nicht in der Mitte oder vorne! Das lernt man in Frankreich wohl nicht, oder es fehlt dem Volk an Grundintelligenz. Schließlich schafften wir es die Grenze zu passieren und konnten unsere Reise fortsetzen.
Es ging weiter Richtung Ndumo Park, wo wir zwei weitere Tage bleiben sollten. Dort angekommen wurden zunächst alle Akkus aufgeladen, da wir endlich wieder Strom hatten. Allerdings waren die sanitären Einrichtungen nicht in den kleinen Bungalows dabei sondern lagen außerhalb und mussten mit den anderen Campbesuchern geteilt werden. Positiv war, dass es in der Gemeinschaftsküche einen Koch gab, der uns unser mitgebrachtes Essen zubereitete. Insgesamt konnte man sich aber in den beiden Tagen dort sehr gut erholen. Am Abreisetag stellten wir dann fest, dass unser Auto einen Platten hatte. Also mussten wir schnell den Reifen wechseln. Das Wechseln war kein Problem, aber wir mussten den alten Reifen wieder reparieren lassen. Und zwar Zeitnah, da wir sonst kein Reserverad mehr hatten. In der nächsten Ortschaft fanden wir Hilfe und der Reifen wurde provisorisch repariert. Das ganze nahm wiederum einige Zeit in Anspruch. Irgendwie war es aber interessant, dem Einheimischen zu zusehen, wie er mit fast Nichts den Reifen wieder in Ordnung brachte. Den Typen werde ich nie vergessen, wie er auf seinem Zuckerrohr rumkaute und nebenbei mit einfachsten Mitteln den Reifen flickte. Nach dem Boxenstop konnten wir unsere Fahrt Richtung Tembe fortsetzen.
Im Tembe Elephant Park bleiben wir für eine Nacht. Dort hatten wir endlich die erste Unterkunft, die mir richtig zusagte. Man ist dort in großen festen Zelten untergebracht, welche wirklich sehr schön eingerichtet sind. Sie verfügen über tolle Badezimmer und Strom. Das Essen war dort auch sehr gut. Am späten Nachmittag folgte gleich der erste Game Drive. Leider sahen wir an dem Tag keine Elefanten, dafür erklärte der Guide (Tom) sehr viel über die Gegend, die Tier und das Ökosystem des Parks. Er war ein wirklich guter Guide. Am Abend gab es dann ein tolles und gutes Essen.
Für afrikanische Verhältnisse war der Service ausgesprochen gut. Am nächsten morgen ging es gleich vor dem Frühstück zum nächsten Game Drive. Dort sahen wir dann auch Elefanten. Beide Drives dauerten ca. drei Stunden. Tom erklärte wieder sehr viel.
Tom war sehr darauf bedacht auch einiges über die Gegend zu erzählen, da sie mit zu den ärmsten in Südafrika zählt. Nach dem Game Drive folgte ein Frühstück, bevor es weiter Richtung Bayete Zulu Game Lodge ging.
Dort angekommen waren wir anfänglich positiv überrascht, auch wenn wir unsere Zimmer nicht sofort beziehen konnten. Die Zimmer waren alle nett eingerichtet, aber viel zu klein. Wir stiegen uns dort gegenseitig auf den Füßen rum und stolperten ständig über unsere Taschen. Auch der Service war dort sehr schlecht. Es ging nichts voran. Der Game Drive am Nachmittag war auch nicht so gut. Man bekam zwar einiges an Tieren zu sehen, aber von den Guides wurde nicht viel erklärt. Auch die Abreise zog sich, da dort niemand in der Lage war alles richtig zusammen zu zählen. Schließlich stellte sich die Unterkunft als Flop heraus. Irgendwann konnten wir unsere Fahrt Richtung St. Lucia fortsetzten.
In St. Lucia angekommen bezogen wir unser Quartier, eine netten B&B Unterkunft. Wir hatten dort einen gesamten Gebäudeteil für uns alleine. Auch der Pool war nur für uns. Wir schlenderten zunächst durch St. Lucia. Endlich war es mal möglich sich zu Fuß durch eine Stadt zu bewegen und in den kleinen Geschäften rumzustöbern. Am Nachmittag machten wir dann eine Bootstour. Es war wirklich mal eine Abwechslung, auf einem Boot zu sitzen und nicht eingestaubt zu werden. Während der Bootstour sahen wir einige Krokodile und viele Vögel.
Am nächsten Tag stand die Fahrt ins Shakaland an. Ursprünglich handelt es sich dabei um eine alte Filmkulisse. Eine Hotelkette hat das Ganze übernommen und betreibt es nun. Man hat versucht alles so zu gestalten, wie frührer die Zulu-Stämme lebten. Man hat dort ein paar tolle Fotomotive. Es gab zwei Führungen wo viel über die Zulus erklärt und gezeigt wurde. Am Abend gab es dann noch eine Tanzaufführung. Irgendwie hat das ganze aber an Disneyland erinnert und hat mich nicht wirklich überzeugt. Das Buffet am Abend war allerdings sehr gut.
Tags darauf setzten wir unsere Fahrt Richtung Amakhosi Lodge fort. Dort angekommen wurden wir vom Personal gleich in Empfang genommen. Es sollte die beste Unterkunft während unserer Reise werden. Wir bezogen unsere kleinen Häuser und es gab eine Kleinigkeit zu essen. Anschließend gab es den ersten Game Drive. Fahrer und Guide war Phillip. Er erklärte viel und konnte mit seinem Jeep auch sehr gut umgehen. Im laufe des Drives steuerte er uns in einen kleinen Löwenherde von 11 Löwen welche gerade dabei waren die erlegte Beute zu fressen. Bis auf wenige Meter fuhr er an die Tiere heran. Jedes mal wenn ein Löwe aufstand ging mein Puls etwas in die Höhe und mein Herz ging auch etwas schneller. Es war schon sehr beeindruckend diesen Tieren aus unmittelbarer Nähe beim Fressen zuzusehen. Diesen Game Drive werde ich vermutlich immer in Erinnerung haben, und es war das Highlight unserer Reise. Am Abend ging es zurück und es gab ein erstklassiges Essen. Gleich am nächsten Tag in aller früh fuhren wir wieder mit Phillip los. Zunächst ging er es recht gemütlich an. Irgendwann sind wir zu einem Wasserloch gefahren. Dort befand sich einen Elefantenherde. Die Herde befand sich zunächst auf der anderen Seite. Schließlich lösten sich drei Tiere von der Herde und gingen in unsere Richtung. Zwei der Tiere gingen vor uns vorbei. Der dritte Elefant kam jedoch direkt auf unseren Jeep zu. Irgendwann stand der Elefant bis auf zwei Meter vor mir. Er saugte mit seinem Rüssel vor mir rum und ging weiter. Mein Puls ging schon wieder in die Höhe. Auch diesen Augenblick werde ich vermutlich nie wieder vergessen. Die Unterkunft sowie die beiden Drives waren das Beste, was ich während dieser Reise erlebt habe.
Schön langsam neigte sich der Urlaub zu Ende. Es ging zurück Richtung Johannesburg. Zunächst fuhren wir aber noch in den Ithala Park. Leider schwächelte ich ein wenig, so dass ich von dem Tag dort wenig hatte und mich erholte. Etwas erholter fuhren wir am nächsten Tag nach Ermelo, wo wir eine Nacht in einer B&B Unterkunft bleiben.
Am vorletzten Tag fuhren wir nach Johannesburg zurück. Dort gaben wir zunächst das Auto wieder bei der Mietstation ab. Mit dem Taxi fuhren wir dann nach Gold Reef City. Dort verbrachten wir unsere letzte Nacht. Gold Reef City ist eine Art Vergnügungspark. Man kann dort viel bummeln und alles ist auf Alt gemacht. Auf dem Gelände befindet sich auch ein Hotel, welches sehr schön ist.
Am letzten Tag fuhr ich zunächst mit dem Taxi alleine zum Flughafen um dort ein wenig zu spotten. Als alter Spotterhase konnte ich es mir sowas nicht entgehen lassen.
Gegen 16.00 Uhr traf ich dann wieder mit meiner Freundin und wir gingen zum Check Inn. Beim Abflug gab es natürlich wieder Probleme. Zunächst bekamen wir nicht die gebuchten Plätze. Dann war das Flugzeug überbucht und es mussten 5 Passagiere wieder aussteigen, das Gepäck musste erneut ausgeladen werden. Dies hatte zur Folge, dass wir mit Verspätung starten konnten. Der Service war wieder nicht so überzeugend. Nach gut 10 Stunden Flug kamen wir dann wieder sicher in München an. Ich denke man ist gut beraten, wenn man versucht nicht mit South African zu fliegen! Ich bin nun schon mit einigen Airlines geflogen, aber SA war bislang die schlechteste Airline.
Es war sicherlich ein interessanter Urlaub mit vielen neuen Eindrücken. Allerdings muss ich sagen, dass ich mir nicht sicher bin ich noch mal nach Südafrika reisen werde. Die beiden Game Drives in der Amakhosi Lodge, Guide Phillip und Ben werde ich wohl immer in Erinnerung haben. Das was einem dort geboten wurde, war ganz großes Kino. Aber Süd Africa ist ein Schwellenland. Manche Dinge funktionieren einfach nicht oder nur sehr schwer. Auch ist man in seiner Bewegungsfreiheit, besonders in den Städten und bei Dunkelheit sehr eingeschränkt. Aufgrund meiner Erfahrungen in Südafrika bin ich mir auch nicht sicher ob sie die WM 2010 ohne Probleme über die Runden bringen. Ich persönlich glaube nicht daran, da sich abzeichnet, dass zwar die Stadien fertig werden, jedoch nicht die Infrastruktur. Und was das liebe Geld angeht, was die WM ins Land bringen wird, da wird es ebenfalls Probleme geben, da jeder von dem Geld was abhaben möchte!