Los Angeles, entweder man liebt diese Stadt oder man hasst dieses Moloch.

Ich gehöre zu den Leuten, denen Los Angeles recht gut gefällt. Sonst wäre ich nicht schon neunmal dort gewesen. Im Dezember 2008 war es endlich wieder so weit. Mein zehnter Trip nach LA stand an. Eigentlich hatte ich mir keinen großen Plan zurechtgelegt, da ich in LA  schon so ziemlich alles kenne, auch die dunklen Seiten der Stadt.

Einen festen Abstecher nach Las Vegas hatte ich eingeplant, da es schon einige Jahre her war, als ich zuletzt dort war, und sich seit dieser Zeit dort einiges verändert hat.

Der Flug mit Lufthansa wurde bereits recht früh gebucht. Obwohl nicht ganz so günstig wie bei anderen Airlines hatte ich mich für den Direktflug MUC-LAX entschlossen. Der Mietwagen wurde ebenfalls vor Reiseantritt gebucht. In den letzten Jahren hatte ich mit den Fahrzeugen der Firma Hertz die besten Erfahrungen gemacht. Sollte man doch mal eine Panne oder einen platten Reifen geht der Fahrzeugwechsel sehr unbürokratisch über die Bühne. Ein Fahrzeug selbst ist in Los Angeles zwingend erforderlich. Zwar gibt es mittlerweile eine U-Bahn, damit kommt aber noch nicht überall hin. Wenn man mit dem Auto in LA unterwegs ist, sollte man die Zeiten in denen Berufsverkehr herrscht, meiden. Selbst außerhalb dieser Zeiten ist auf den Straßen LA´s sehr viel Verkehr. Die beiden schlimmsten Freeways  der USA laufen durch LA, der 405 und 101. Dort steht man fast zu jeder Tages und Nachtzeit mal im Stau. Wer kein Navi im Auto hat, sollte sich seine Route auf der Karte vorher ansehen. Bei den Mietstationen erhält man Übersichtskarten von Los Angeles. Diese sind nicht schlecht, um sich einen Überblick von LA zu machen und um sich grob zu orientieren. Nachdem der Flug und der PKW gebucht waren stand meiner Reise nichts mehr im Weg.

Schließlich überlegte ich mir doch einen groben Plan für meinen Trip nach LA. Da ich Samstag Abend in LA ankommen sollte, überlegte ich mir, gleich am Sonntag in der früh nach Las Vegas zu fahren. Wegen der Zeitumstellung werde ich die ersten Tage in den USA immer recht früh wach. Somit wäre es günstig gleich am Sonntag Morgen los zu fahren. Der Verkehr wäre dann auch nicht ganz so schlimm. Schließlich buchte ich ein Zimmer im Stratosphere Tower für drei Nächte. Es konnte also losgehen! 

Am 30. November 2008 ging es dann los. Die 12 Stunden Flug brachte ich irgendwie rum. Der Flug selbst war recht angenehm, der Service von Lufthansa ist allerdings nicht mehr der, der er einmal war. Kurz vor der Landung in LA konnte ich aus der Luft das Lichtermeer von Las Vegas bewundern und dann kam noch der Anflug auf LA.

Beides hatte ich in der Nacht noch nie von oben gesehen und ich war wirklich beeindruckt. 

Man hat ja immer ein wenig Sorge, wie lange die Einreiseformalitäten in die USA dauern. Das funktionierte eigentlich alles recht schnell und gut. Ca. 45 nach der Landung saß ich schon in meinem Mietwagen. Gleich neben der Mietstation von Hertz befindet sich ein Super 8 Motel. Es ist günstig und hat sehr saubere Zimmer, die Hotel Crew ist ebenfalls sehr freundlich, die Parkplätze sind frei, was bei Hotels in der LAX-Area nicht ganz selbstverständlich ist. Urlauber, welche noch nie in LA waren und erst am späten Nachmittag oder gar abends oder in der Nacht dort landen, denen würde ich ein Hotel in der Gegend um den Flughafen empfehlen. Zumindest für die erste Nacht. Wenn man noch nie in LA war, ist es manchmal schwierig sich in der Dunkelheit dort zu orientieren.  Man kann sich von seiner Reise erholen und am nächsten Tag seinen Trip in aller Ruhe fortsetzen

  Nach dem Check In im Hotel fuhr ich noch zu Ralphs am Sepulveda Blvd., wo ich mich mit den nötigsten Dingen wie Cola, Wasser, Bier, Chips usw. für die nächsten Tage eindeckte. Es ist immer wieder ein Erlebnis, in einem amerikanischen Supermarkt einzukaufen. Alles ist etwas größer. Das schönste ist aber, dass alle freundlich sind und man muss an den Kassen nicht anstehen und dann wird einem alles auch noch eingepackt. Ein Traum, so was würde ich mal gerne in einem deutschen Supermarkt am Samstag Abend erleben dürfen. 

Am nächsten Tag fuhr ich dann in aller früh Richtung Las Vegas los. Ich kam sehr schnell aus LA raus. Es ging zunächst recht zügig dahin. Was solle am Sonntag schon groß los sein. Weit gefehlt. Ich hatte übersehen, dass ja am Donnerstag zuvor Thanksgiving war und an diesem Wochenende wieder alle heim wollten. Somit wurde der Verkehr dann doch immer mehr und kam an der Grenze zu Nevada zum erliegen. So stand ich dann doch im Stau, was ich eigentlich vermeiden wollte. Aber zumindest kam ich dann doch noch rechtzeitig in Las Vegas an, um mir in einem Casino das Spiel der Green Bay Packers auf einer dieser großen Leinwände anzusehen.

Am Nachmittag checkte ich dann im Stratosphere Tower ein. Das Hotel selbst bot keine große Überraschung, da ich dort eigentlich immer schlafe, wenn ich in Las Vegas bin. Von den Preisen her ist es relativ günstig. Allerdings hat es den Nachteil, dass es etwas weiter von den neuen Spielcasinos entfernt ist. Nach einem kurzen Schläfchen wollte ich dann mit der gesamten Fotoausrüstung auf den Stratosphere Tower  hoch um Bilder vom Sonnenuntergang und ein paar Nachtaufnahmen vom Lichtermeer der Stadt zu machen. Leider lassen sie da keinen mit Stativ rauf. Da ich ja mein Zimmer im Hotel hatte, brachte ich es in  das Zimmer zurück. Also am besten ist es, man läst das Stativ im Auto oder bringt es erst gar nicht mit. Leider musste ich oben auf der Plattform feststellen, dass man keine Möglichkeit hat, die Kamera auf einem Geländer oder ähnlichem abzulegen, um nicht zu verwackeln. Freihandaufnahmen mit hoher ISO-Zahl sind angesagt, leider! Ich machte dort oben unzählige Bilder, in der Hoffnung doch das ein oder andere brauchbare Bild zu machen.

Den Rest des Abends trieb ich mich am Las Vegas Strip umher um Nachtaufnahmen zu machen.



Den gesamten nächsten Tag und die Nacht war ich wieder mit Kamera und Stativ unterwegs und machte unzählige Bilder aus Las Vegas. Als Flugzeugfotograf konnte ich es mir natürlich nicht nehmen lassen, auch ein paar Bilder von Flugzeugen im Landeanflug auf Las Vegas zu machen.

Zuletzt war ich vor ca. 10 Jahren in Las Vegas. Seit dieser Zeit hat sich die Stadt sehr verändert. Und es waren schon wieder weitere große Bauvorhaben zu erkennen. Ich denke, in ein paar Jahren werde ich wieder dort hin fahren, da sich dann das Gesicht der Stadt wieder verändern wird. Als ich vor 17 Jahren das erste mal in Las Vegas war, waren das Mirage, MGM und Ceasars Palace die drei größten und modernsten Hotles am Strip. Damals gab es noch das legendäre Sands.

 

Nach ein paar erholsamen Tagen und vielen Bildern ging es dann wieder zurück nach LA. Ich überlegte mir zwar kurz, ob ich nicht noch nach San Francisco fahren soll, aber ich kam davon ab, da es meinen Zeitplan gehörig durcheinander gebracht hätte. Also doch LA. Allerdings nicht auf direktem Wege. Da ich Zeit hatte entschloss ich mich über das Death Valley zurück nach LA zu fahren. Die Fahrt war sehr angenehm, weil es im Dezember im Death Valley nicht ganz so warm ist. Im Death Valley angekommen machte ich einen Abstecher zum Dantes View, bevor ich meine Fahrt weiter durch das Tal des Todes in Richtung Sierra Nevada fortsetzte. Um diese Jahreszeit ist man auf der gesamten Strecke fast alleine. Viele Autos kommen einem nicht entgegen, macht man Rast und stellt den Motor ab hört man die Stille. Nach fast 10 Stunden Fahrt kam ich schließlich in Los Angeles an. Es war eine weite und zum Teil auch anstrengende Fahrt, aber es hatte sich wirklich gelohnt und war jede Meile wert.



Am nächsten morgen merkte ich noch ein wenig die letzten Tage in den Knochen. Ich war sehr viel durch Las Vegas gelaufen und dann noch die lange Rückfahrt. Also ging ich es an meinem ersten Tag in LA ganz langsam an. Nach dem Frühstück im Hotel brauchte ich noch ein zweites Frühstück. Also holte ich mir bei einem Starbucks Coffee in El Segundo noch eine Kaffee und einen dieser Muffins. Anschließend habe ich mich an den Spotterplätzen am LAX-Airport rumgetrieben und habe ein paar Bilder von Flugzeugen gemacht. Was das Plane-Spotten in LAX angeht, so habe ich hier einen extra Bericht eingestellt.



Allerdings war ich nicht nach LA gekommen um nur zu spotten. Natürlich verbrachte ich als alter Spotterhase die ein oder andere Stunde am Flughafen, aber von Los Angeles wollte ich ja auch was sehen und ein paar Bilder machen. Bei meiner letzten Reise nach LA, im April 2007, machte ich ausschließlich Flugzeugbilder. Diesmal wollte ich aber auch ein paar Bilder aus LA machen.

So ging es hoch nach Hollywood. Immer wenn es nach Hollywood geht, stellte sich die Frage, wo stelle ich mein Auto ab. Da ich etwas länger am Hollywood Blvd. bleiben wollte um dort zu fotografieren, hatte ich mich entschlossen in die Garage des Kodak Theatre zu fahren. Für 8 Dollar kann man dort den ganzen Tag parken. Klingt teuer, ist aber für LA der Standardpreis. Der Vorteil ist, dass das Auto dort gut aufgehoben ist und bewacht wird. Wer ein Navi dabei hat, sollte dies aus dem Auto rausnehmen. Wie bei uns in Deutschland, sind die Dinger auch in den USA sehr begehrt und das ein oder andere Auto wird deswegen aufgebrochen!

In Hollywood angekommen habe ich mich fast den ganzen Tag dort aufgehalten. Häufig lese ich Berichte, in denen irgend einer schreibt, dass Hollywood gefährlich wäre. Rund um das Kodak Theatre oder das Mans Chinese Theatre halten sich überwiegend Touristen auf. Geht man den Hollywood Blvd. etwas östlich, dann werden die Touristen etwas weniger und die Obdachlosen etwas mehr! Man sollte sich davon allerdings nicht verschrecken lassen. Homeless People gibt es in ganz Amerika, warum sollte es sie in Hollywood nicht geben. Sie fragen mal nach Kleingeld, das ist aber schon alles. Der Hollywood Blvd. selbst hat eigentlich nicht viel zu bieten. Eine Straße mit ein paar Sternen. Allerdings gefallen mir die alten Kinos recht gut. In der Früh kann man für wenige Dollars ins El Capitan gehen und sich einen Film ansehen. Wenn man schon mal dort ist, sollte man es sich eigentlich nicht entgehen lassen, eines dieser alten Kinos zu besuchen. Man muss sich ja den Film nicht ganz ansehen, aber das Flair in den alten Filmpalästen sollte man schon mal erlebt haben. Später ging es dann den Hollywood Blvd. mit dem Auto Richtung Griffith Park. Leider war die Sicht nicht ganz so gut, so dass ich wieder recht schnell runter bin. Was die Sicht angeht, da sollte sich dann die Tage noch was tun. Den restlichen Tag habe ich am Hollywood Blvd. und Sunset Blvd. verbracht. An beiden Straßen machte ich reichlich Bilder. Was das Essen betrifft so kann ich Frankie und Johnnies Pizza am Sunset Strip empfehlen. Es ist relativ Preiswert und gut. Aber wie es so ist, in einem Lokal am Sunset Strip. Jeder der da drinnen sitzt, meint er wäre ein Rockstar! Anschließend ging es noch in das Rainbow. Der Laden ist einfach der Brüller. Immer wenn ich nach LA komme muss ich da rein. Da drinnen kommt einfach alles zusammen, vom Touristen, Obdachlosen, Musikproduzenten, Rockstars bis hin zu Pornodarstellern trifft man da drinnen einfach alles. Am Wochenende ist der Laden hoffnungslos überfüllt. Das schöne an diesen Läden ist, dass sie zwar Türsteher haben, die prüfen aber nur die Ausweise, ob man auch ja 21 Jahre alt ist. Wer den Nerv hat dort in der Schlange zu warten, der kommt auch rein! Egal ob Jeans, Turnschuhe oder Abendkleid!

Am nächsten Tag fuhr ich zur University of Southern California. Eigentlich gibt es dort nicht viel zu sehen. Aber ich wollte versuchen, noch Tickets für das Footballspiel der Trojans gegen UCLA zu ergattern. Und da ich schon in der Nähe war machte ich gleich einen Abstecher zum Los Angeles Memorial Coluseum. 1984 fanden dort die Olympischen Sommerspiele statt. Zur Zeit tragen dort die Trojans ihre Heimspiele aus. Wer ein Football-Spiel in LA sehen will, sollte sich aber vorher rechtzeitig um Karten bemühen. LA verfügt über kein Pro-Team, sprich zu Zeit spielt kein Team in der NFL. Darum sind die Spiele von den Trojans und UCLA regelmäßig Sold Out!

Später bin ich dann für ein paar Stunden nach LAX gefahren um dort Flugzeuge zu fotografieren. Am Abend ging es nach Beverly Hills. Ich parkte in einer Seitenstraße unweit der City Hall von Beverly Hills. Diese ist sehr sehenswert. Besonders in der Nacht ist das Gebäude schön anzusehen. Ich schlenderte dann ein wenig am Wilshire Blvd. umher bis ich zum Rodeo Drive kam. Im Grunde laufen dort aber überwiegend Touristen umher, die neidvoll in die Läden schauen und sich die Sachen dann doch nicht leisten können, weil es die Reisekasse sprengen würde. Ich machte ein paar Bilder und bin dann wieder zum Auto zurück. Auffällig war, dass sich viele Paparazzi am Rodeo Drive aufhalten und darauf warten bis Prominenz aufschlägt. Da es noch nicht so spät war, entschied ich mich noch nach Downtown zu fahren. Das für mich derzeit schönste Gebäude in LA Downtown ist die Walt Disney Concert Hall. Diesen Bau muss man einfach gesehen haben, wenn man nach LA kommt. Man kann dort auch relativ Preisgünstig parken und das Auto ist dort besonders in der Nacht gut aufgeräumt. Eines vorab. Los Angeles Downtown ist in der Nacht nicht gefährlich. Es gibt ein paar Ecken, da würde ich nachts nicht unbedingt ein Stativ mit einer Kamera aufbauen. Alles was östlich der Main Street liegt, würde ich persönlich meiden. Süd-Östlich des LA Rivers ist es in der Nacht auch nicht besonders schön. Man muss aber auch sagen, dass es in diesen Gegenden auch nichts gibt, was man sich ansehen könnte. Direkt im Zentrum von Downtown ist es wirklich relativ ungefährlich und man kann sich dort auch in der Nacht ohne weiteres aufhalten. Man begegnet zwar immer wieder Obdachlosen, aber die betteln eigentlich immer nur wegen ein wenig Kleingeld rum, lassen aber einen in Ruhe! Ein Brennpunkt in Los Angeles ist South Central LA. Neben den üblichen Problemen wie Obdachlose, Drogensüchtige und Prostitution kommt hier das enorme Gangproblem hinzu. Tagsüber kann man aber auch hier mal an der Tankstelle halten und das Auto betanken, man kann sich auch einen Burger an einer Bude kaufen, aber auch hier gibt es eigentlich keinen Grund herzufahren. Da kann es auch mal vorkommen, dass das LAPD einen frägt, ob man sich verfahren hat und einem dem Weg aus der Gegend erklärt. Zum Thema Sicherheit: LA ist in den Touristengegenden sicher! Da ich sehr viel in der Nacht fotografiere und auch Nachts in Gegenden unterwegs war die nicht ganz so sicher sind, habe ich für den Ernstfall immer ein Bündel Geld bestehend aus 1-Dollar-Noten und Spielgeld in der Tasche, das man dann mal einem bösen Jungen in die Hand drücke kann. Außerdem war eine Dose Pfefferspray immer ein fester Begleiter, wenn es nachts durch bestimmte Gegenden ging. Wie bereits oben erwähnt ist South Central in der Nacht nicht unbedingt ein gemütliches Plätzchen, auch Venice hat nach Sonnenuntergang seine Risiken. Aber eines muss man hier erwähnen. Ich war nun das zehnte Mal in LA. Was Kriminalität betrifft, so hatte ich diesbezüglich noch nie eine kritische Situation erlebt!

Für den nächsten Tag hatte ich mir eine etwas größere Tour durch LA vorgenommen. So ging es am späten Vormittag ins San Fernando Valley. Eigentlich hat das Valley nicht viel zu bieten. Es gibt dort kaum Sehenswürdigkeiten. Im östlichen Bereich liegen die Universal Studios. Das war es dann aber schon. Allerdings gibt es zwei tolle Shopping Malls. Die Sherman Oaks Galleria, eine der schönsten Malls in LA, sowie die Topanga Mall. Die Topanga Mall (liegt direkt am Topanga Canyon) hat den Vorteil, dass sie relativ groß ist, aber nicht so überlaufen. Man kann dort wirklich recht gemütlich einkaufen. Ich trieb mich in beiden Malls ein wenig rum. Später ging es dann den Topanga Canyon zum Topanga State Park hoch. Von dort hat am Tag und in der Nacht eine tolle Übersicht über das Valley. Nachdem ich die Aussicht ein wenig genossen hatte, ging es wieder runter in das Valley. Bis zur Kreuzung Ventura Blvd. / Hayvenhurst. Dort ging es dann wieder in Hügel hoch bis zum Mulholland Drive. Bei meinen ersten Besuchen in Los Angeles in der 80er Jahren, war der Mulholland Drive noch ein wenig ein Geheimtipp. Mittlerweile ist auf der Straße sehr viel los. Der Mulholland Drive ist eine Straße in der Gebirgskette von LA. Dort hat man immer wieder sehr schöne Aussichten auf das San Fernando Valley oder Los Angeles. Es gibt dort einige tolle Aussichtspunkte. Besonders bei Nacht hat man von dort oben tolle Aussichten. An klaren Tagen, kann man ganz Los Angeles überblicken. Diese Aussicht sollte man sich nicht entgehen lassen. Vom Mulholland Drive bog ich irgendwann wieder Richtung Downtown ab. Dort ging es dann nach Chinatown. Nachdem dort aber unter der Woche so gut wie nichts los ist, bin ich weiter zum Elysan Park. Eigentlich hatte ich vor ein paar Bilder vom Dodgers Stadion zu machen. Aber das ging nicht. Schließlich habe ich im Elysan Park ein paar Plätze gefunden, von denen man einen sehr schönen Überblick über Downtown Los Angeles hat.

Noch ein paar Sätze zum San Fernando Valley. Es ist ein Tal. Es ist dort immer etwas wärmer als in Los Angeles. Allerdings ist es auch etwas mehr vom Smog geplagt. Das Valley selbst ist eine reine Wohngegend. Zwar hat man eine weite Fahrt wenn man nach LA will, aber die Bewohner des Valleys leben gerne in ihrem Tal. Sie sagen immer wieder "it is very quit". Das bedeutet so viel, dass das Tal sehr sicher ist. Eine nette Wohngegend ist Woodland Hills. Ich hatte mal das Vergnügen dort drei Wochen leben zu dürfen. Es ist irgendwie eine typische Vorstadtgegend. Aber es hat was. Ich bin dort immer sehr gerne, weil das Valley eine besondere Anziehungskraft auf mich hat. Zu einem Freund von mir sage ich immer "Das Valley ist mein persönliches Amerika". Bei meinem ersten Besuch in LA wurde ich nachts vom Flughafen abgeholt. Als wir dann über die Kuppe vom 405er auf das Valley zu gefahren sind, sah ich dieses Lichtermeer vom Valley. Dies war sehr einprägend, und ich werde diesen Moment nie vergessen. 

Am nächsten Morgen war das Wetter klasse und relativ warm. Ich entschloss mich an einen der schönsten Küstenabschnitte von Los Angeles zu fahren. Nein nicht nach Malibu, Venice oder Santa Monica. Es ging nach Palos Verdes. Diese Bucht ist einfach unglaublich, man muss es einmal gesehen haben. Durch die Strömung ist das Wasser dort etwas wärmer und die Wellen höher, darum trifft man dort viele Surfer. Einer sagte mal zu mir, dass Malibu was für Touristen wäre, die guten Surfer sind alle in Palos Verdes! Leider ist es nicht ganz einfach an den Strand zu kommen. Meistens muss man etwas steiniges Gelände passieren. Fährt man etwas weiter Richtung Süden kommt man des öfteren an Whale-Watching Punkten vorbei. Ich hatte mal eine Weile auf den Ozean hinausgesehen, ein Wal kam aber nicht vorbei. Ich blieb den ganzen Tag in Palos Verdes und bin bis nach Long Beach gefahren, dort habe ich am Pier dann frischen Fisch gegessen. Anschließen ging es wieder zurück nach LA. Da an dem Tag wirklich tolles Wetter war, und man klare Sicht hatte, bin ich zum Griffith Observatory hochgefahren um ein paar Nachtaufnahmen von LA zu machen. Tatsächlich hatte man an dem Abend eine tolle Sicht über den Großraum Los Angeles. Zur Zeit ist es wieder möglich, dass man mit seinem eigenen Auto zum Griffith Observatory hochfahren kann. Eine Weile war ja die Straße für Privat - PKW gesperrt.

Am nächsten Tag, es war ein Sonntag, bin ich gleich am morgen nach Los Angeles Downtown gefahren. Leider war es ein wenig dunstig. Doch für das was ich vor hatte, war das egal. Sonntags sind die Geschäfts- und Bankenviertel in Downtown nahezu ausgestorben. Dies wird von Filmproduzenten genützt um dort Filmsets aufzubauen. Ich schaute an dem Tag bei Dreharbeiten zu vier verschiedenen Filmen zu. Drei davon waren richtige Großproduktionen. Leider lassen sie einen nicht mehr richtig nah ran. Gegen Nachmittag bin ich dann zu den Angelino Hights hochgefahren. In der Carroll Street kann man noch viele Victorianische Häuser anschauen. Aber bitte die Grundstücke nicht betreten.

Im Anschluß bin ich noch zum Echo Park gefahren. Dort wollte ich mir ein wenig die Füße vertreten und ein paar Bilder machen. Als ich mit den Bildern fertig war, wurde ich von ein paar Mexikanern gefragt, ob ich Soccer spielen könnte, da ihnen gerade ein Mann ausgefallen wäre. Da ich spielen kann, half ich eine Halbzeit lang aus.

Nachdem ich die letzten Tage sehr viel durch LA gefahren war, hatte ich Lust auf ein wenig Abwechslung. So ging es nach Santa Barbara. Santa Barbara liegt ca. zwei Autostunden nördlich von Los Angeles. Bekannteste Sehenswürdigkeit ist vermutlich die Mission Santa Barbara. Aber auch das City Council oder der alte Leuchtturm sind sehenswert. Nicht zu vergessen das Pier, das nach einem Großbrand wieder vollständig errichtet wurde. Gegen Nachmittag fuhr ich dann wieder nach LA zurück. Ich machte einen Abstecher nach Malibu und Santa Monica. Malibu hat um diese Jahreszeit nicht viel zu bieten. Am Malibu Pier ist auch nicht mehr viel los. Nach ein paar Bildern fuhr ich weiter Richtung Santa Monica. Eigentlich wollte ich meinen Wagen im Parkhaus der Mall abstellen, aber leider wird diese zur Zeit völlig umgebaut oder sogar abgerissen, darum musste ich das Auto in der Third Street in einem kleinen Parkhaus abstellen. Dort kann man aber nur drei Stunden parken. Von dort ging ich zur Pacific Palisades. Das ist eine schmale lange Grünanlage. Von dort oben hat man eine tolle Aussicht auf den Ozean. Ich kam gerade rechtzeitig zum Sonnenuntergang. Anschließend bummelte ich noch ein wenig durch die Third Street Promenade.

Am nächsten Tag ging ich es etwas gemütlicher an. Zunächst blieb ich am Flughafen um mal wieder ein paar Flugzeugbilder zu machen. Gegen Abend ging es dann zum Sunset Place und Sunset Strip, um dort ein paar Nachtaufnahmen zu machen. Ich blieb dort bis spät in die Nacht. Später machte ich dann noch ein paar Nachtaufnahmen in Beverly Hills. Spät in der Nacht fuhr ich zum Hotel zurück.

Da nicht mehr viel Zeit war, und das Ende des Urlaubes in Sicht war, ich aber noch keine Weihnachtsgeschenke für die lieben in Deutschland hatte, war am nächsten Tag shopping angesagt. Dazu fuhr ich wieder ins Valley. Ich war dort in drei Malls und kauft doch einiges ein, mehr als ich geplant hatte. Den Rest des Tages bin ich noch mal durch die Santa Monica Mountains gefahren und habe den Ausblick über LA genossen. Natürlich durfte eine Fahrt über den gesamten Mulholland Drive nicht fehlen.

Am nächsten Tag traf ich mich dann noch mit Spottern aus LA und Malaysia am Flughafen und wir machten fast den ganzen Tag Flugzeugbilder. Abends bin ich dann noch nach Palos Verdes zur Malaga Cove gefahren. Bei klarer Sicht sollte man sich das nicht entgehen lassen.

Nun war der vorletzte Tag gekommen. Ich machte noch ein paar Erledigungen und gab am Abend schließlich das Auto ab. In der Nacht wurden noch ein paar Nachtaufnahmen vom Airport auf den Sensor gebracht. Außerdem schlug ich mir nochmals den Bauch mit Burgern von Carls Jr. voll.

Der letzte Tag war gekommen. Am Vormittag macht ich noch ein paar Flugzeugbilder, später brachte mich der Shuttle Bus zum Terminal. Beim Abflug sollte man sich Zeit nehmen. Die Ausreise nimmt nämlich etwas mehr Zeit in Anspruch, als die Einreise. Gegen 21.00 Uhr hob mein A 340-600 von Lufthansa ab und ich konnte noch mal das Lichtermeer von LA bewundern. Nach ca. 10 Stunden Flug kam ich schließlich wieder in München an. Insgesamt gesehen war es ein sehr schöner Trip nach LA und Las Vegas.

Ich denke für die nächste Zeit reicht es mal wieder mit LA. Bereits 2007 war ich in LA und nun schon wieder. Es wird mal wieder Zeit was Neues zu erleben. Aber in zwei, drei oder evtl. auch vier Jahren oder sogar noch später, wird das Cal-Feeling wieder in mir aufkommen und es wird wieder Richtung LA gehen. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. LA ist keine schöne Stadt, aber sie ist mein zweites Wohnzimmer!